| |
|
| |
|
| |
Epithelgewebe |
|
Das
Epithelgewebe bildet Oberflächen und kleidet Hohlräume
aus. Echtes Epithelgewebe "weiss" immer, wo innen und
aussen ist und hält diese Barriere aufrecht. Der Harn bleibt,
zum Beispiel, stets in der Harnröhre und sickert nicht durch
das Epithel der Harnröhre hindurch. Auch wenn lange kein Urin
hindurch geflossen ist, bleibt die Harnröhre stets durchgängig.
Epithelien bilden für alle Stoffe und Substanzen eine unterschiedlich
starke Barriere, je nach dem, wie diese Epithelien beschaffen sind.
Gase treten allerdings immer ungehindert durch die Epithelien hindurch.
Epithelien sind - bis auf eine Ausnahme - stets frei von Blutgefässen.
|
| Beispiele im
Unterricht |
Ganz
ohne Mikroskop kann man schon an der Haut erkennen, was Epithelgewebe
leisten kann: Wassertropfen perlen ab, Tintenflecken wachsen nach
ein paar Tagen aus. Am Lippenrot sieht man die Blutgefässe
unter den Epithel durchschimmern, die man auch bei tieferen Schürfwunden
erkennen kann. Im Unterricht beginnen wir mir dem einfachsten Epithelien,
dem einschichtigen Plattenepithel und schreiten dann über die
hochspezialisierten Epithelien des Darmes und der Atemwege, der
Geschlechtsorgane fort bis zu dem mehrschichtigen Epithel der Oberhaut
(ausführlich beim Thema "Haut") und der Harnblase,
dem Urothel. |
|
Mesothelien |
 |
Echte
Epithelien stammen vom äusseren Keimblatt, dem Ektoderm, oder
vom innersten Keimblatt, dem Entoderm, des Embryos ab. Sie halten
die Grenze zwische "innen" und "aussen" immer
aufrecht. Es gibt aber auch Epithelien, die dieses Aufrechterhalten
der Grenze nicht bewältigen. Diese stammen im Gegensatz zum echten
Epithelgewebe vom Mesoderm, dem mittleren Keimblatt des Embryos ab.
Zur besseren Abgrenzung werden solche "falschen" Epithelien
auch Mesothelien genannt. |
| Gelenkhöhle,
Bauchhöhle und Brustkorb |
| Neuralrinne eines Hühnchens (Fig. 6-20 aus Patten´s) |
Mesothelien,
wie das Epithel der Gelenkhöhle zum Beispiel, bilden nur ausnahmsweise
wirkliche Barrieren für Substanzen in der Höhle: So dringen
Entzündungsmediatoren aus der Gelenkkapsel in das Umgebungsgewebe
ein und tragen die Entzündung weiter. Die Gelenkkapsel-Epithelzellen,
die Synovialzellen, bilden auch keinen richtigen Verband, sie sehen
also auch gar nicht wie Epthelien aus. Weiter neigen Mesothelien zu
Verwachsungen, wie zum Beispiel das Bauchfell zeigt: Das einschichtige
Plattenenpithel der Bauchhöhle, das Peritoneum des Abdomens,
wird sehr leicht verletzt und heilt dann unter Bildung von Verwachsungen,
an denen auch der Darm anhaften kann und so unbeweglicher wird. Solche
"Briden", solche Anhaftungen, sind also natürliche
und unerwünschte Folgen jeder Operation der Bauchhöhle.
Auch die Brusthöhle ist duch ein einschichtiges Plattenepithel
begrenzt, durch die Pleura oder das Brustfell. Auch sie neigt zu Verwachsungen. |
| |
Gefäss-Endothel |
| |
Das
einzige Mesothel, das Stoffen einen wirklichen Widerstand entgegen
stellt und eine deutliche Barriere aufrichtet, ist das Gefäss-Endothel:
Ein einschichtiges Plattenepithel, das sich zu einem Rohr, dem Blutgefäss,
rollt. Kleinste Kapillaren bestehen nur aus Endothel. Grössere
Gefässe haben noch weitere Wandschichten. Die aufgerichtete Barriere
wird als "Blut-Hirn-Schranke", als "Blut-Rückenmark-Schranke"
und als "Blut-Plazenta-Schranke" beschrieben. |
| |
Drüsen |
exokrin
endokrin |
Von
Epithelien leiten sich alle Drüsen ab. Die Vielzahl der Drüsen
gliedern wir im Unterricht nach "exokrin" oder "endokrin":
Exokrin bedeutet, dass eine Drüse ihr Sekret auf eine Oberfläche
sezerniert. Dagegen sind endokrine Drüsen solche, die ihr Produkt
in das Blut abgibt, also Hormone produzieren. Im Unterricht werden
alle Drüsen und ihre Sekrete besprochen. Versuchen Sie mal,
eine möglichst vollständige Liste der Drüsen selbst
anzufertigen. So könnte es losgehen: Exokrine: Schweissdrüse,
Talgdrüse ... Endokrine: Hypothalamus, Hypophyse, Schilddrüse
... Wohin gehört die Leber? |
| |
Zusammenfassung |
| |
Epithelien
bilden Oberflächen und grenzen Räume ab. Mesothelien sind
Synovialzellen, Peritoneum, Pleura und Gefässendothelien. Alle
Drüsen, exo- wie endokrine, enstammen dem Epithel. |
| |
Noch
eine Frage zum Schluss: |
? |
An
einer bestimmten Stelle des Körpers befindet sich ein mehrschichtiges,
kubisches Epithelgewebe, das mit Blutgefässen durchzogen ist.
Das ist die oben genannte Ausnahme, denn alle anderen Epithelien
sind frei von Gefässen. Wie heisst diese Stelle und wo ist
befindet sie sich? Noch ein Tipp: Hier wird eine besondere Flüssigkeit
gebildet ... |
| |
|
weiterführende
Links |
und Bildnachweis |
| |
- Benninghoff
- Anatomie, Band 1, Urban & Fischer bei Elsevier, 2002
- Gray´s
Anatomy, eds.: Williams, Warwick, Dyson, Bannister. 37. Aufl.
Churchill Livingston, Edinburgh 1989
- Radivoj V.
Kristic: Die Gewebe des Menschen und der Säugetiere"
Nachdruck der 1. Aufl. Springer, Heidelberg 1982
- Pattens´s
Foundations of Embryology, Bruce M. Carlson (Hrsg.) McGraw-Hill
Book Company. oben: Abbildung 6-20 Neuralrinne eines Hühnchenembryos
|
| download: |
weiter: |
| histol02.pdf |
|
|