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Muskelgewebe |
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Muskelgewebe
kann sich zusammenziehen, es kann sich kontrahieren. Es gibt drei
Formen: glatte Muskulatur der inneren Organe, die quergestreifte
Herzmuskulatur und die quergestreifte Skelettmuskulatur des Bewegungsapparates.
Im Unterricht machen wir eine Tabelle der drei Muskelgewebe-Arten. |
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Glatte Muskulatur
der inneren Organe |
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Muskelzellen
in inneren Organen bilden Schichten funktioneller Zellverbände.
Im Gegensatz zu den quergestreiften Muskelgeweben sind die in der
Zelle befindlichen Strukturen (die ultrastrukturellen Bestandteile)
im Lichtmikroskop nicht zu ahnen, die Organmuskulatur erscheint deshalb
"glatt". Ein Wandbestandteil der Blutgefässe, die Tunica
muscularis, besteht aus solch glatten Muskelzell-Schichten. Je nach
dem Grad der Kontraktion der glatten Muskulatur ist das Gefäss
eng oder weit. Kaum kontrahierte glatte Muskelzellschichten bedeutet,
dass das Gefäss weit und der Gefässwiderstand gering ist.
Kontrahieren sich die Zellschichten stark, verengt sich der Gefäss-Durchmesser
und der Blutdruck steigt.
Die glatte Muskulatur kann sich auch ohne Nervenimpuls zusammenziehen,
dies tut sie dann sehr langsam. Im Körper wird die glatte Muskulatur
daher vom autonomen (oder vegetativen) Nervensystem gesteuert. So
kommt es zu schnelleren und vor allem zu koordinierten Bewegungen.
Unser Magen-Darm-Trakt besitzt drei Schichten glatter Muskulatur,
die über Nervengeflechte in der Organwand gesteuert werden. Fehlen
diese Nervengeflechte wie beim Morbus Hirschsprung, spannt sich der
nervenlose Dickdarmabschnitt zu stark an und es kommt zu einem Darmverschluss.
Glatte Muskulatur wird ausserdem auch hormonell zur Kontraktion angeregt:
z.B. führt Prolaktin zur Kontraktion der Brustdrüse und
so zum Austreiben der Muttermilch. Auch Adrenalin beeinflusst glatte
Muskulatur: über die alpha1-Rezeptoren führt es bei Blutgefässen
der Haut zur Kontraktion, über beta2-Rezeptoren entspannt es
die glatten Muskelzell-Schichten der Atemwege, was in der Asthma-Therapie
in Form der beta2-Sympathomimetika Anwendung findet. Glatte Muskulatur
gibt es auch im Harn- und Geschlechtssystem, im Auge (Iris und Aufhängeappartur
der Linse), um Drüsen und als Haarmuskeln (M. arrector pili).
Nach Verletzungen heilen glatte Muskelzell-Schichten gut, da durch
Mitosen und aus noch vorhandenen Mesenchymzellen Ersatzzellen gebildet
werden können. |
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Quergestreifte
Herzmuskulatur |
Herzmuskelzellen
bilden das verzweigte Maschenwerk des Herzmuskels. Die einzelnen Zellen
sind durch komplexe Zellkontakte ("Glanzstreifen" oder "Disci
intercalati") miteinander funktionell verbunden, so dass die
Kontraktion einer einzelnen Zelle sich auf die Nachbarzellen fortsetzt.
Herzmuskulatur erscheint im Lichtmikroskop quergestreift, was durch
die Anordnung der intrazellulären Filamente zustande kommt. Diese
bilden die Grundlage der Kontraktion. Auch das Herzmuskelgewebe ist
wie die glatte Muskulatur für die Kontraktion nicht notwendiger
Weise auf Nervenimpulse angewiesen. Das Herz hat zudem ein eigenes
Reizleitungssystem (Sinusknoten, AV-Knoten, His-Bündel, Purkinje-Fasern).
Dennoch wird es vom vegetativen Nervensystem zusätzlich gesteuert.
Wie bei der glatten Muskulatur unterliegt die Kontraktion der Herzmuskulatur
nicht unserem Willen.
Im Gegensatz zu den beiden anderen Muskelgewebe-Arten gibt es keine
Ersatz-Zellen bei der quergestreiften Herzmuskulatur. Verletzungen
des Herzmuskels werden also nicht durch Muskelgewebe ersetzt, sondern
durch Bindegewebe: jeder Herzinfarkt hinterlässt eine Narbe.
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| Quergestreifte
Skelettmuskulatur |
 Abb.
aus Kristic |
Die
Muskeln unseres Bewegungsapparates werden aus der quergestreiften
Skelettmuskulatur gebildet. Die deutliche Querstreifung ergibt sich
durch die lichtbrechenden Eigenschaften der intrazellulären Myofibrillen.
In der Embryonalzeit schliessen sich die Vorläuferzellen zu langen
Schläuchen zusammen: es bildet sich ein echtes Synzytium, eine
echte Zellverschmelzung. Daher nennt man die erwachsenen "Skelettmuskel-Zellen"
auch richtiger Skelettmuskel-Fasern. Eine Skelettmuskelfaser kann
mehrere Zentimeter lang sein und enthält viele Zellkerne der
verschmolzenen Myoblasten, der Bildezellen. Sarkoplasma nennt man
das Zytosol der Fasern. Neben den intra-sarkoplasmatischen Myofibrillen
ist auch das sarkoplasmatische Retikulum bemerkenswert: es bildet
das L-Tubulus-System, ausgedehnte Ca-Speicher um die Myofibrillen.
Als T-Tubulus-System werden regelmässige Einstülpungen der
Zellmembran, richtiger des Sarkolems, bezeichnet. Durch die T-Tubuli
dringt der depolarisierende Impuls auf dem Sarkolem bis tief zu den
Ca-Speichern vor, was der quergestreiften Skelettmuskulatur eine sehr
schnelle Reizantwort ermöglicht. Die Myofibrillen werden durch
Myofilamente gebildet, deren regelhafte Anordnung die Kontraktion
ermöglicht. Myosin und Actin sind die beiden fadenartigen Myo-Filamente,
die wie zwei Kämme ineinander stecken und sich in ihrer Anordnung
entlang einer Myofibrille immer wiederholen. Das Actinfilament besteht
wiederum aus Actin, Tropomyosin und Troponin, das eine hohe Ca-Affinität
aufweist. Aus dem L-Tubulus-System ins Sarkoplasma geschüttetets
Ca öffnet am Actinfilament eine Bindungstelle für die Myosinfilamente.
Die Myosinfilamente weisen bewegliche Köpfe auf, mit denen sie
an dieser Bindungstelle anhaften. Durch ATP-Spaltung verformt sich
der Kopf des Myosins, dabei wird der "Myosin-Kamm" etwas
in den "Actin-Kamm" hineingezogen, es kommt zur Kontraktion
("Sliding-Filament-Theory"). Das ganze bildet also eine
Art molekularen Motor.
Skelettmuskulatur ist auf eine Innervation angewiesen: ohne Nervenimpuls
keine Kontraktion. Diese Muskelkontraktionen sind willkürlich
und bewusst. Ersatzzellen liegen als sogenannte Satellitenzellen zwischen
den grossen Muskelfasern. Bei Zerstörung einer oder mehrerer
Fasern teilen sich die Satellitenzellen und verschmelzen wie in der
Embryonalzeit zu Muskelfasern. |
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Zusammenfassung |
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Muskelgewebe
kann sich kontrahieren. Dafür ist es auf Ca, ATP und andere Stoffe
angewiesen: Die Kontraktion der Skelettmuskulatur ist willkürlich
und bewusst. Jede Verletzung des Herzmuskels führt zu einer Narbe.
Während der Herzmuskel ein funktionelles Syncytium darstellt,
ist die Skelettmuskelfaser ein echtes Syncytium. |
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Noch
eine Frage zum Schluss: |
? |
Bei
einer Hyper-Respirations-Tetanie kommt es zum Krampf der kleinen
Hand- und Fussmuskeln und der perioralen Muskeln des Gesichtes.
Wieso eigentlich? Tipp: Es hat etwas mit der Muskel-Grösse,
der Innervation und dem Calzium zu tun ... |
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weiterführende
Links |
und Bildnachweis |
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| histol04.pdf |
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